„Hervorragende Arbeit und tolles Engagement“

IMG_0326 KopieDer Sonnabend war lang, anstrengend – und ergiebig: Rund 50 Ehrenamtliche des Bündnis’ für Flüchtlinge hatten sich jüngst beim Tag der Ehrenamtlichen in der Buchholzer Rathauskantine getroffen. Information, Austausch und Debatte über aktuelle Bündnisthemen standen auf der Agenda. Begrüßt wurden die Aktiven von Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse und 1. Stadtrat Dirk Hirsch.

Röhse dankte dem Bündnis für dessen „hervorragende Arbeit und tolles Engagement“. Und betonte: „Die eigentliche Integrationsarbeit beginnt erst jetzt und dafür brauchen wir sie.“ Im Anschluss an das Stadtoberhaupt informierte Kai Weber, Geschäftsführer des Niedersächsischen Flüchtlingsrates, über die aktuelle Situation. So sei die Zahl der Neuankömmlinge in den vergangenen Monaten drastisch gesunken. Weber wies darauf hin, dass die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gemeldeten Fallzahlen sich auf die Zahl der registrierten Flüchtlinge bezögen. Die sei so hoch, weil sich darin der Registrierungsstau aus dem Vorjahr niederschlage. In der Öffentlichkeit würden diese Zahlen immer wieder vermischt, was für Irritationen sorge.

Darüber hinaus kritisierte Weber die sehr viel restriktivere Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Er verwies dabei insbesondere auf die im neuen Integrationsgesetz verschärften Bedingungen für die Niederlassungsfreiheit und den Leistungsbezug der Flüchtlinge. Am Beispiel syrischer Flüchtlinge verdeutlichte Weber, wie sehr sich die Praxis der Anerkennung von Asyl verändert habe. Während in 2015 nur etwa zwei Prozent der Syrer subsidären Schutz (das heißt, erst nach zwei Jahren dürfen ihre Familien nachkommen) gewährt bekamen, habe sich der Anteil im laufenden Jahr auf mehr als die Hälfte erhöht. Überdies werde, wenn auch der Arbeitsmarktzugang erleichtert worden sei, der Sprachunterricht nur bedingt angegangen: Lehrkräfte fehlten, Schulen erführen zu wenig Unterstützung.

Wilfried Bolte, Vorsitzender des Bündnis für Flüchtlinge, ging im Anschluss in seinem Vortrag auf die aktuelle Themen im Bündnis ein. „Ein großes Problem ist die Wohnraumnot und die sehr dichte Belegung der Containerunterkünfte“, sagte Bolte. Tatsächlich müssten sich zahlreiche Flüchtlinge zu dritt 15 Quadratmeter große Wohncontainer teilen. Ein großes Thema fürs Bündnis ist zudem das Internationale Café in der Neuen Straße. „Das hat sich zu einem tollen Treffpunkt entwickelt, den wir unbedingt erhalten und zur zentralen Begegnungsstätte in Buchholz ausbauen wollen.“ Nach intensiver Gruppenarbeit klang der Tag bei Musik, Kaffee und Kuchen aus.

Justizminister Heiko Maas besucht Buchholz

160630_Maas_in_Buchholz_02Auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Svenja Stadler besuchte Bundesjustizminister Heiko Maas die Unterkunft Bremer Str. 72 und stand u.a. Bündnis-Vertretern für Gespräche im Integrationsbüro der Stadt Buchholz zur Verfügung.

Zunächst wurde ihm bei einem Rundgang von der Sozialarbeiterin von Human Care in der Unterkunft ein Familienzimmer samt Bewohnern vorgestellt. Im Anschluss haben wir in den Containern ein Drei-Bett-Zimmer aufgesucht und dort mit einem Flüchtling über die enge Wohnsituation, die fehlenden Gemeinschaftsräume sowie die Probleme im Asylverfahren gesprochen (z.B. im Landkreis konnten von den hier lebenden 3.200 Flüchtlingen fast 1.500 immer noch keinen Asylantrag stellen).

Anschließend sind wir an der Fahrradwerkstatt vorbei zum Integrationsbüro gegangen, dort konnten wir Fragen stellen, unsere Arbeit vorstellen und über die verbesserungswürdigen Punkte sprechen.

Wir haben anhand unseres neuen Flyers die Bündnisarbeit und das Wirken der Begrüßungsteams vorgestellt. Der Vorstand hat ihm einen Begrüßungsordner und ein „Willkommen“-T-Shirt übergeben. Die Ungleichbehandlung nach Herkunftsländern war Thema (ist ein Koalitionskompromiss und in dieser Wahlperiode nicht änderbar), der Familiennachzug, die Kosten von Kommune und Landkreis, die Wohnraumsituation, die Probleme bei Arbeitssuche und vieles mehr.

Schwerpunkt lag in der Darstellung beim Thema Sprache. Wir haben die Forderung nach einem umfassenden differenzierten Angebot schon früh nach Ankunft herausgestellt (wie in anderen Ländern praktiziert). Gern auch verpflichtend, aber auch mit sozial-pädagogischer Betreuung, um Lernprobleme oder Nichterscheinen zu klären.

Herr Maas war interessiert und hat klar und deutlich Stellung bezogen, ohne Versprechung auf baldige Veränderungen. Er hat auf seine Arbeitgeberin, Svenja Stadler, verwiesen, die ja sein Gehalt bezahlt … und seinerseits uns allen viel Energie und Erfolge bei der Arbeit gewünscht sowie eine Diskussion in der Gesellschaft, was uns in unserem Land wichtig ist. Die schweigende Mehrheit möge sich auch einbringen.

Es war ein sinnvoller und guter Austausch und nach 90 Minuten hat der Minister unsere Stadt wieder verlassen.

IGS spendet 5000 Euro für Flüchtlingshilfe

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Strahlende Geischter auf dem neuen Kunstrasenplatz der IGS: Ute Schui-Eberhart (von links), Holger Blenck, Wilfried Bolte, Rebecca Süßmeier, Martin Klawitter und Onne Hennecke freuen sich über die Spende

Laufen lohnt. Für die eigene Fitness und den guten Zweck: Rund 900 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer haben im vergangenen Herbst beim großen Sponsorenlauf der Integrierten Gesamtschule Buchholz (IGS) mitgemacht und rund 13 000 Euro erlaufen. 5000 Euro davon übergab pünktlich zum Beginn der Sommerferien Onne Hennecke, Vorsitzender des Schulvereins der IGS, Wilfried Bolte und Ute Schui-Eberhart vom Verein Bündnis für Flüchtlinge. „Wir freuen uns sehr über dieses Geld“, sagt Schui, Zweite Vorsitzende des Bündnis‘ für Flüchtlinge. Der Verein wolle mit dem Geld insbesondere Familien mit Kindern unterstützen. „Es gibt viele Flüchtlinge in  Buchholz, deren Familien nachziehen.“

Der Sponsorenlauftopf der IGS ist damit leer. Denn die anderen 8000 Euro hat die Schule bereits in einen kleinen Kunstrasenplatz auf ihrem Gelände investiert. „Das war unser Eigenanteil“, sagt IGS-Rektor Holger Blenck. Den habe es gebraucht, damit der Landkreis den Platz realisiert. Für die Schülerinnen und Schüler sei der doppelte Spendenzweck – Flüchtlinge und Kunstrasen – eine zusätzliche Motivation gewesen. Motiviert wurden die Schülerinnen und Schüler auch von ihren Lehrern. „Wir haben das Thema Flucht auch im Unterricht aufgegriffen“, sagt Martin Klawitter, der seine Kollegin Rebecca Süßmeier bei der Organisation des Sponsorenlaufs unterstützt hat. „Eine tolle Aktion“, lobte der Vorsitzende des Bündnis für Flüchtlinge, Wilfried Bolte, „und eine wirklich großherzige Spende. Wir freuen uns sehr!“

Bündnis wird Verein

54 Gründungsmitglieder heben Bündnis für Flüchtlinge Buchholz e.V. aus der Taufe. Vorstand einstimmig gewählt.

45 Minuten, dann war die Versammlung am Donnerstagdabend auch schon beendet, der Verein Bündnis für Flüchtlinge Buchholz e.V. von 54 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben. „Satzung, Beitragsordnung, Vorstandswahlen, alles wurde einstimmig beschlossen und gewählt“, freut sich der frischgebackene Vorsitzende des Bündnis‘ für Flüchtlinge, Wilfried Bolte. Unterstützt wird Bolte von fünf weiteren Vorständen: Ute Schui-Eberhard (stellvertretende Vorsitzende), Gudrun Schwab (Schriftführerin), Michael Loose (Schatzmeister) sowie Dieter Schweisfurth und Heinrich Helms (Beisitzer). Die nächsten Schritte sind die Anmeldung zum Vereinsregister sowie die Feststellung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt.

Das Bündnis für Flüchtlinge wurde im Oktober 2013 von Ute Schui und Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (damals noch Erster Stadtrat) als loser Zusammenschluss gegründet. Zurzeit zählt es mehr als 400 Mitglieder.

Erste Willkommenskurse in 2016 gestartet

Der Landkreis stellt auf freiwilliger Basis Mittel für sog. Willkommenskurse für Flüchtlinge zur Verfügung. Das Angebot (im Landkreis für 2016 nur 20 Kurse mit 20-25 Teilnehmern) deckt bei weitem nicht den Bedarf ab.
In Buchholz sind im Febr. und im März zwei Kurse gestartet. Das Bündnis bindet sich ein und versucht dadurch den Erfolg dadurch zu verbessern.

Wir plädieren für verbindliche Sprachkurse für alle Flüchtlinge zu möglichst frühen Zeitpunkten.

 

Mehr als 20 Flüchtlinge bereits in Arbeit

Bei den Buchholzer Wirtschaftsbetrieben arbeiten inzwischen mehr als 20 Flüchtlinge.- Die Arbeitsgruppe vermittelt
— in den ersten Monaten Hospitationen, Praktika oder gemeinützige Beschäftigung und
— versucht Ausbildungsplätze zuvermitteln sowie
— nach 15 Monaten Aufenthalt bzw bei Anerkennung Arbeitsplätze.
Entscheidend für den Erfolg sind die Deutsch-Sprachkenntnisse.

 

 

Vereinsgründung am 31. März geplant

Die Vorbereitungen sind weitgehend abgeschlossen und in Kürze werden alle im Bündnis engagierten Bürger zur Gründungsversammlung am 31.März 2016, um 19 Uhr in die Buchholzer Rathauskantine eingeladen. Dort wird die Satzung verabschiedet und das erste Vorstandsgremium gewählt.

 

Vermittlungsgruppe für Beschäftigungsangebote (1 €-Jobs)

Erste Schritte in die Arbeitswelt sind mit den Beschäftigungsangeboten des Herbergsvereins möglich, hier wird gegen geringes Entgelt (1,05 €/Stunde, max 20 Stunden je Woche) den Beteiligten eine Arbeit an verschiedenen Arbeitsplätzen geboten. Sie können damit regelmäßig wiederkehrende Aktivitäten üben, die Sprachkenntnisse vertiefen und sich in der deutschen Arbeitsgesellschaft einfinden.

Es haben sich drei Ehrenamtliche zusammengefunden und bilden jetzt ein Arbeitsteam, dass die Vertreter des Herbergsvereins Winsen unterstützt und Beschäftigungsangebote für Flüchtlinge, vereinfacht 1€-Jobs genannt, aqkuirieren und vermitteln will. D.h. diese Gruppe sucht

  • mögliche Beschäftigungsangebote,
  • spricht mit den Vertretern der Beschäftigungsstellen,
  • hilft bei den vertraglichen Aspekten und der Stellenbeschreibung,
  • besucht die Beschäftigten bei der Arbeit,
  • spricht mit interessierten Flüchtlingen,
  • stellt die Flüchtlingen in der Beschäftigungstelle vor und
  • ist Nahtstelle zum Herbergsverein sowie den anderen Beteiligten.

Wer nähere Infos möchte oder einen Flüchtling kennt, der Interesse hat, nehme bitte Kontakt auf:
arbeit@buendnis-buchholz.de

Einstiegsqualifizierung für Ehrenamtliche Pilotkurse im Jan 2016

Die ehrenamtlich Tätigen sollen über eine Information am Anfang ihres Wirkens gut auf die Arbeit mit Flüchtlingen vorbereitet werden.
Mit diversen Referenten werden an vier Abenden über jeweils 90 Minuten die Schwerpunkte

  • Fluchtursachen und Flüchtlingssituation in Buchholz
  • Interkuturelle Sensibilisierung
  • Haltung und Halt im Ehrenamt
  • Ausländerrechtliche Grundlagen
  • Zusammenspiel Haupt- und Ehrenamt
  • Bündnis-Struktur
  • Mitwirkungsmöglichkeiten und -bedarfe

besprochen und diskutiert.

Neue Unterkünfte werden belegt

Im Dezember werden in Buchholz neue Flüchtlingsunterkünfte belegt:

  • Heidekamp:  hier sollen 11 Bewohner in ein Haus ziehen
  • Am Langen Sal: die Erweiterung der Containeranlage (86 Plätze) ist mit ersten Bewohnern etwa zur Hälfte
    belegt
  • Dibbersen: an der HHer Strasse wird eine Unterkunft mit 30 Bewohnern eingerichtet

Ab Februar soll die Container-Wohnanlage mit 120 Plätzen Am Börns Soll bezugsfertig sein.