„Ich bin richtig stolz darauf“

Bündnis für Flüchtlinge weiht Café International in der Neuen Straße ein

Freuen sich über die Eröffnung des Café International: Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (von links), der Vorsitzende des Bündnis‘ für Flüchtlinge, Wilfried Bolte und seine Vertreterin Ute Schui-Eberhart

Die Theke bog sich beinahe unter der Last von Falafel, Kebab, Spinattaschen, Pakaure, Ataiev und anderen herrlich duftenden und noch besser mundenden Köstlichkeiten. Mehr als 20 Stunden haben Sobida Malas, Arezoo Amiri und Sohaila Hosseini in der offenen Küche des Café International gearbeitet, um das Fingerfood vorzubereiten. Viel Arbeit für einen besonderen Tag: Der offiziellen Eröffnung des Cafe´ International des Bündnis’ für Flüchtlinge.

„Ich bin überwältigt, was hier alles geleistet wurde und wird“, lobte Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse die Arbeit des Bündnis’ vor rund 100 Gästen. „Was vor einem Jahr als Willkommenskultur begann, ist gute Integrationskultur geworden.“ Das Cafe´ sei ein Ort des Austausches für alle Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt. „Ich bin richtig stolz darauf.“

Stolz und froh war auch Wilfried Bolte, Vorsitzende des Bündnis’ für Flüchtlinge. „Viele Ehrenamtliche haben das Café möglich gemacht und machen es möglich.“ Er freue sich, „dass wir es gemeinsam geschafft haben, die Begegnungsstätte langfristig auf sichere Füße zu stellen.“ Ab sofort hat der Treffpunkt in der Neuen Straße 10 sieben Tage die Woche von 14 bis 18 Uhr geöffnet. „Wir haben Teams von Ehrenamtlichen gebildet, die sich gegenseitig unterstützen“, sagt Bolte. So werde sichergestellt, dass die Öffnungszeiten auch eingehalten werden.

Das Café International sei für jeden – ob Neubürger oder Alteingesessene – offen. Hier gebe es Koch- und Deutschkurse, Tanzangebote und Handarbeitsgruppen, eine Offerte für Biografisches Schreiben findet sich hier ebenso wie Sprechstunden des Bündnis’ für Ehrenamtliche Mitarbeiter und solche, die es werden wollen sowie Sprechzeiten der Gruppe ‚Arbeit und Ausbildung‘ zu allen Fragen dieses Themenbereiches. „Hier findet Begegnung statt und wir wünschen uns, dass es auch künftig weiter gut angenommen wird“, sagte Bolte mit Blick auf die gut einjährige Geschichte der Einrichtung.

Denn aus der Taufe gehoben hatten das Cafe´ bereits im September vergangenen Jahres Anke Dieckmann, Adelheid Bartheau-Egge und Brigitte Brosig. „Die Idee dazu hatte damals Karsten Groth“, berichtete Dieckmann. Das Geschäft von Fisch Pagels war gerade frei geworden und Groth bot an, dort einen Treffpunkt mit und für Flüchtlinge einzurichten. Auf Miete und Nebenkosten verzichtete Groth. Zunächst an drei Tagen pro Wochen hatte das Café geöffnet. Es wurde gemeinsam gekocht, gab Deutschunterricht für Flüchtende, es wurde geklönt, gespielt – kurz: Integration fand und findet statt. Seit Mitte Oktober ist das Bündnis offizieller Mieter der Einrichtung. Einige Wochen lang wurde umgebaut, gemalert und am Konzept gefeilt. Alles durch ehrenamtliche Arbeit, und durch tatkräftige handwerkliche Unterstützung von Flüchtlingen.

„Viele Spender sorgen dafür, dass es funktioniert“, sagte Bolte. So hat der Kirchenkreis Hittfeld 10 000 Euro gestiftet. Firmen spendeten Computer, Beamer, Feuerlöscher – Wartung inklusive -, Haushaltsgeräte, Kaffeemaschine, Lebensmittel und zahlen den Strom. Die Stadt gewährt einen Mietzuschuss in Höhe von 1200 Euro, das Bündnis finanziert den Betrieb des Café International mit weiteren rund 1800 Euro monatlich aus Spenden und Beiträgen.

Einziger Wermutstropfen: Aus steuerlichen Gründen – das Bündnis für Flüchtlinge ist seit März ein gemeinnütziger Verein – darf nicht mehr für Cafébesucher gekocht werden. „Das ließe sich nur mit großem bürokratischem Aufwand für die Gäste wie für uns fortführen“, erläutert Bolte. Die Besucher werden’s verschmerzen. Bekommen sie doch einen Treffpunkt mit deutlich erweiterten Öffnungszeiten und einem erheblich ausgebauten Angebot – Kaffee, Tee und Kekse inklusive. „Wir sind für alle Buchholzerinnen und Buchholzer da“, sagte Bolte. „Wir haben einen langen, guten Weg vor uns, den wir gemeinsam gehen wollen“ sagte Bürgermeister Röhre und betonte: „Das ist ein tolles Projekt.“