„Schauen, wie wir die Lücke schließen“

Starten in Ausbildung und Studium: Leonie Anders (von links), Adel Tonobe und Bennet Tatenhorst

Buchholz. Freude und Bedauern liegen bisweilen dicht beieinander. Zumal wenn es ums Abschied nehmen geht. Ein Jahr lang, davon sieben Monat als Ein-Euro-Kraft, hat Adil Tonolee im Café International in der Neuen Straße gearbeitet. Und sich eigentlich unentbehrlich gemacht. „Wir waren mit seiner Arbeit immer sehr zufrieden“, sagt Adelheid Bertheau, die das Café International mit aufgebaut hat, „und bedauern sehr, dass er geht.“

Gleichwohl überwiegt die Freude. „Adil hat einen Ausbildungsplatz bekommen“, freut sich Gudrun Schwab vom Vorstand des Bündnis’ für Flüchtlinge, dass das Café betreibt. Zum 1. August beginnt der 20-Jährige Pakistani seine Ausbildung zum Bäcker bei „Axel’s Bäckerei“ in Jesteburg. „Jetzt sucht er eine Wohnung“, sagt Schwab. Obwohl Tonolee noch keine zwei Jahre in Deutschland lebt, „spricht er schon recht gutes Deutsch“, weiß Schwab. „Da hat der Sprachunterricht im Café einen nicht unerheblichen Anteil dran.“

Auch von zwei jungen Unterstützern mussten sich Bündnis und die Café-Crew verabschieden. Leonie Anders und Bennet Tatenhorst. Anders, die seit 2015 im Bündnis aktiv ist und die Gruppe Jugend für Flüchtlinge leitet, geht Anfang August nach Paraguay. Dort macht sie ein soziales Jahr in einem SOS Kinderdorf und arbeitet als Assistent Teacher in einem Internat. Mitstreiter Tatenhorst, seit Anfang des Jahres im Sprachunterricht im Café aktiv, verlässt Buchholz in Richtung England. Dort will Tatenhorst, der sechs Jahre lang bei der Theaterwerkstatt Bischu aktiv war, „Performing Arts“ studieren.

„Die drei hinterlassen eine große Lücke“, sagt Wilfried Bolte, Vorsitzender des Bündnis’ für Flüchtlinge. „Sonnabends hat die Gruppe Jugendliche für Flüchtlinge den Betrieb ermöglicht, da müssen wir jetzt schauen, dass wir diese Lücke schließen.“ Das Café International ist derzeit sieben Tage die Woche von 15 bis 19 Uhr geöffnet.